Aktuelles & Termine

Dezember 2019


Messe Pferd & Jagd

05. bis 8. Dezember 2019

(Donnerstag bis Sonntag)

 

Ort
Messegelände, Europaallee, 30521 Hannover

 

Interessenten für den „Standdienst“ sind willkommen und dürfen sich schon jetzt gerne melden.

 


Oktober 2019


VGP 2019 - Ein Bericht von Dr. Anke Augustin

Eine VGP mit Spitzenniveau

Am 04. Und 05. 10. 2019 fand die diesjährige VGP der Landesgruppe Niedersachsen in Ostfriesland statt. 9 Hunde starteten von zunächst 12 gemeldeten, somit eine ungewöhnlich große VGP. Ich bin mit meinem 2 1/2 Jahre alten Kurzhaarweimaraner Etzel vom Kiekeberg gestartet. Meine erste VGP war 10 Jahre her und ich war entsprechend aufgeregt.

Als Stefan Katt uns mit seiner ruhigen und liebevollen Begrüßungsrede empfing wich ein wenig die Aufregung einer Vorfreude auf die herrlichen Prüfungsreviere, die man in Ostfriesland uns bietet. Mit mir starteten in der Gruppe zwei Kurzhaarweimaraner Züchter, Werner Saul vom Zwinger vom Goldbach mit seinem Zuchtrüden Idefix vom Krohnhof und Peter Göke mit seiner Hündin Zeder vom Mayenerhinterwald. Etzels Züchterin - Frau Dr. Schalwat -lief mit seiner Schwester Emma vom Kiekeberg in einer anderen Gruppe. An der Prüfung nahmen noch zwei professionelle Hundefûhrerinnen teil. Die übrigen 3 Hundeführer waren mir nicht bekannt.

Der erste Prüfungstag war sehr verregnet, aber immer mal wieder gab es trockene Phasen in denen die Hunde in meiner Gruppe perfekte Leistungen zeigen konnten. Die Atmosphäre war geprägt von den erfahrenen, ruhigen und freundlichen Richtern, Herrn Folkert Stein, Herrn Heinrich Janßen und Stefan Katt. Die Bedingungen hätten nicht besser sein können, wildreiche Reviere mit Gesperre von Fasanen, Hasen für das Gehorsam, Vorstehen und anschließend sogar noch Armbruster Haltabzeichen ohne Straßen in der Nähe. Das Wasser war perfekt mit Deckung und reichlich Stöbermöglichkeiten. Die Hunde hatten vielfältige Möglichkeiten ihr Können unter Beweis zu stellen und die Richter gaben uns alle Gelegenheiten hierfür. So kam es bei meinem Etzel, der so wildreiche Reviere nicht kennt zu einer Wasserarbeit, die die Richter mit stoischer Ruhe gewähren ließen und zu einer 4 h Bewertung veranlassten. Durch die häufigen Fasane im Feld konnte mein Hund den Richtern immer wieder das Vorstehen, Nachziehen und Festmachen zeigen, so dass wir auch in diesem Fach eine Traumnote 4 h bekamen. Ich habe nur gestaunt, was in meinem kleinen Etzel alles schlummert. Die andern beiden Hunde zeigten ebenfalls unglaubliche Leistungen, so dass unsere Gruppe am Ende des ersten Tages kaum einen Punkt gelassen hatte. Das Wetter und die geduldigen Richter, die den Hunden die Möglichkeit zu diesen Spitzenleistungen gaben führte jedoch dazu, dass wir für den 2. Tag noch ein strammes Programm übrig hatten : Schweiß, alle Waldfächer und Standtreiben waren noch zu absolvieren. Am 2. Tag war das Wetter sonnig und dank der perfekten Organisation kamen wir gut voran. Durch das angenehme Klima von Seiten der Richtergruppe und die netten Mitführer in meiner Gruppe entstand von Prüfungsfach zu Prüfungsfach in der Gruppe ein Zusammengehörigkeitsgefühl wie ich es noch nie erlebt habe. Wir drei fieberten jeweils bei dem anderen Prüfling mit und freuten uns gemeinsam über die tollen Leistungen der Hunde. Nachdem wir alle 3 kaum Punktverluste am Ende der Prüfung hatten lagen wir uns überglücklich in den Armen, ein unvergessliches Erlebnis, als hätten wir in einer Mannschaft gekämpft. Diese Atmosphäre ist sicherlich auch durch das professionelle, nette Richterteam entstanden, den ich an dieser Stelle ganz herzlich danken möchte, ebenso wie den freundlichen und hilfsbereiten Revierführern, die durch ihre Hege und Pflege dieses erst möglich machten.

 

Im Suchenlokal erfuhren wir, dass es bei den anderen Gruppen ähnlich verlief, gute Leistungen bei exzellenten Revieren und guter Stimmung. Jetzt musste Stefan - obwohl als Richter auch ganz schön erschöpft nach diesen zwei anstrengenden Tagen - den Spagat bewältigen,Zeugniserstellung, Richter bezahlen, Essen und Siegerehrung und dann war da ja auch noch die Bringtreueprüfung im Anschluss zu organisieren. Er hat es alles in seiner konzilianten Art geschafft, aber die kürzer werdenden Tage machten das ganze nicht leicht und die Dunkelheit nahte. Die enorme Leistungsfähigkeit der Hunde bei perfekten Bedingungen wurde dann  bei der Zeugnisvergabe deutlich: ein Hundeführer hat es nicht geschafft, alle anderen lagen dicht beieinander von 294 bis 342 Punkten.

 

Leider hat die Suchensiegerin kommentarlos den Sieg eingefahren und lediglich einen Fehler in ihrem Zeugnis bemerkt. Dieses ist vielleicht Ihrer beruflichen Routine bei Hundeausbildung und Prüfung geschuldet. Ich jedenfalls war überschwänglich vor Glück  über den zweiten Platz mit unglaublichen 332 Punkten im ersten Preis, Armbruster Haltabzeichen und den beiden 4 h Bewertungen. Dieses Ergebnis verdanke ich der sorgfältigen Zucht von meiner Freundin Frau Dr Ilka Schalwat, den hervorragenden Prüfungsbedingungen aber vor allem dem unglaublichen Harm Niebuhr, der 2 Jahre mit mir ausgehalten hat und alle Fehler, die ich bei der Ausbildung gemacht habe wieder ausgebügelt hat. Immer mit der Bemerkung: ...ist doch so einfach.” Er bleibt für mich der Hundezauberer, ein unglaublich liebenswerter 87 Jähriger, der ein Fachwissen besitzt wie kein anderer und blitzschnell jeden Fehler analysiert den man macht. Vielen Dank an alle Beteiligten! Dr. Anke Augustin


HZP 2019 - Ein Bericht von  Jennifer Schulte

Aus Sicht der Hundeführerin - HZP

Als ich im April 2018 meinen ersten Jagdhund, einen Weimaraner, Edo vom Mäusebruch, bekommen habe, hätte ich nicht damit gerechnet meinen Hund bei der Major - Herber - Gedächtnis HZP zu führen.

An einem sonnigen, noch "frischen" Samstag morgen, den 21.09.2019, haben sich alle Richter, Hundeführer und Zuschauer im Suchenlokal in Ostrhauderfehn "Hotel Meyerhoff", eingefunden. Die Freude auf die bevorstehende Prüfung war fömlich in der Luft zu spüren, ebenso auch die Aufregung und Nervösität der Hundeführer. Nach der Gruppeneinteilung ging es für mich und zwei weiteren Hundeführer ins Revier, nahe dem Gewässer, nach Emden. Vor Ort war schon der Revierführer, der in einer Hecke schon Fasane gesichtet hatte. Um jede Chance zu nutzen, wurde sofort die erste Hündin auf die Suche, zum Vorstehen, geschnallt. Alle Hunde konnten in der "frühe" eine sehr gute Vorstehleistung zeigen. Die Wasserarbeit folgte.

Als Erstlingsführerin, hatte ich am meisten Respekt vor meinen eigen Fähigkeiten bei der Schussfestigkeit. Trotz der Bedenken, hat Edo sich nicht beirren lassen und die Ente zügig gebracht und wurde von keinem Schrotkorn getroffen. Die Freude am Wasser, die Edo mitbringt und ganz viel Glück mit der wild lebenden "Gast" -  Ente, konnte er an dem Tag zeigen, wie er unbeirrt, mit starken Finderwillen die Ente arbeitet und immer wieder im Schilf aufspürte, bis diese letztendlich "die Nase voll" hatte und abstrich. Danach wurde noch ausgibig an einem Teichhuhn gearbeitet, bis ich den Hund schließlich wieder anleinen sollte.

Als alle drei Hunde am Wasser, ihre Leistungen zeigen konnten, ging es weiter in die Feldarbeit. Mittlerweile konnte man sich schon sehr gut mit den anderen Hundeführern und Zuschauer unterhalten, dass es zwischendurch dann nur hieß, "oh, ich bin gleich schon dran". Die Anspannung wurde immer weniger umso mehr Disziplinen abgearbeitet worden sind. Am Ende wurde es aber doch noch einmal Spannend. Ich hatte für Edo einen recht starken Hasen vorbereitet für die Haarwildschleppe. Es war die letzte Arbeit des Tages und ich hörte viele Kommentare wie "oh, das ist aber ein schwerer Hase" und "es wird nun ja auch ganz schön warm". Da hatte sich ein kleiner Hauch von Unsicherheit eingeschlichen. Aber Edo hat mich auch hier nicht im Stich gelassen. Er hat die zwei Bögen sauber ausgearbeitet und kam erst gallopierend, dann trabend mit dem schweren Hase freudig auf mich zu und saß vor. In dem Moment ist die ganze Last von den Schultern gefallen und ich war mir sicher, dass wir die HZP ersteinmal bestanden hatten. Nach der Notenbekanntgabung konnte ich mein grinsen auch nicht mehr aus dem Gesicht bekommen.

 

 

Der restliche Nachmittag wurde im Suchenlokal verbracht, mit sehr vielen spannenden und lustigen Geschichten und die Runde in der wir Anfangs zu dritt saßen wurde immer größer. Ein toller, gemütlicher Abend sollte folgen.Als sich ab 19 Uhr der Saal immer weiter füllte und bald alle Plätze besetzt waren, hat das Hotel Meyerhoff ein atemberaubendes Bufett aufgebaut. So hatten auch die letzten im Raum großen Appetit. Nach einer ganz kurzen Ansprache von Stefan Katt wurde das Bufett eröffnet. Als alle sichtlich satt geworden sind, denn es gab alles was das Herz begehrt, begann der Abend mit einer kleinen geschichtlichen Vergangenheit durch den Weimaraner Landesverband Niedersachen, der den 60. Jahrestag feiern durften. Die Spannung wurde immer größer, denn die Bekanntgabe der Rangliste sollte folgen. Stefan hat zahlreiche Sponsoren gefunden und konnte tolle, wertvolle Preise verteilen. Als ich mit meinem Hund mit 184 Punkten auf den vierten Rang aufgerufen worden bin, sollte ich noch stehen bleiben. Was ich gar nicht richtig verstand, wenn alle vor mir durften sich ja auch direkt wieder hinsetzen. Ein Richter, der sich alle Wasserarbeiten der Hunde an dem Tag angesehen hatte, ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Edo vom Mäusebruch als "Bester Hunde am Wasser" besonders geehrt werden soll. Ich bin überglücklich und stolz auf den "Kleinen". Eine weiter sehr besonderere Leistung ging an Evi von Barge, geführt von Anton Gerd Schulte. Das Team ist mit 193 Punkten Suchensieger geworden und hat eine hervorragende Nasenleistung gezeigt, die mit 12 Punkten bewerten worden ist. Hierzu noch meine herzlichsten Glückwünsche und Waidmannsheil.

Am Sonntag konnte ich meinen Hund noch zur Zuchtschau vorstellen.

 

Ich möchte mich ganz herzlich für die tolle Organisation mit allem was dazu gehört, von der gesamten Landesgruppe Niedersachen, bedanken. Es waren wunderschöne Tage mit sehr viel Spaß, Aufregung und Freude. Ich komme immer wieder gerne zu euch. 

Jennifer Schulte